Blog - 06.08.2017 Tag der Schwestern

 Tag der Schwestern 

Jährlich am 1. Sonntag im August findet der „Tag der Schwestern“ statt. Wenn Du eine Schwester hast, dann ist das der Tag, um sie mal wieder anzurufen, Zeit mit ihr zu verbringen, ihr eine nette Botschaft zu schicken … - oder: ihr einen Blog-Artikel zu widmen! :o)

AlexSchwester bbb

Über den Ursprung des „Tag der Schwestern" ist leider nicht viel bekannt und vermutlich geht der „Feiertag" auf eine indische Tradition zurück.

Auch ich habe eine Schwester! Und nicht nur deshalb ist sie etwas ganz Besonderes … Trotz, dass sie mich als Kind sehr, sehr oft geärgert hat (heute kann ich zum Glück darüber lachen ;o), z.B. wenn sie mir meine aufgebaute Legolandschaft abends vor dem Schlafengehen heimlich unter dem Etagenbett hervorzog, von dem ich dann am nächsten frühen Morgen heruntersprang - mit nackten Füßen - und mit einem lauten „Auuuuuuuaaaa!“ ruckzuck putzmunter war! Und nicht nur das: in aller Regelmäßigkeit musste ich somit meine Legolandschaft erneut wieder aufbauen. Hätte es einen Wettbewerb zu der Zeit im „Legolandschaftswiederaufbau“ gegeben, ich hätte ihn sicherlich gewonnen!

Wenn wir uns um den gemeinsamen Kassettenrecorder stritten, ob als Erstes „Die Drei ???“ oder Depeche Mode (hatte ich natürlich heimlich mit selbiger Technik vom Radio aufgenommen) gehört wurden, konnte es auch schon mal vorkommen, dass sie mir eine kleine Kanne roten „Fruchtsaft"* über den Nacken schüttete. Das hatte zur Folge, dass unsere Mutter dann nicht unterschied, wer den Streit angefangen oder wer Schuld hatte. Nö, wir bekamen beide eins hinter die Ohren und ich, als ältere von uns beiden, noch `ne Runde Stubenarrest obendrauf!

*“Quench" = Instantpulver mit Himbeer-Geschmack (wobei hier von FRUCHTsaft nicht wirklich die Rede sein konnte ;o). War aber zu unserer Kinderzeit in den 80er Jahren allseits beliebt. Allerdings nicht, wenn er sich über’s T-Shirt ergoss - dort hinterließ er ziemlich hartnäckige rote Flecken, über die sich Muttern alles andere als freute und sie diesen dann von unserer Getränke-Wunschliste strich! Stattdessen gab es dann wieder vermehrt selbst zubereiteten Hagebuttentee - pfuuuui! ;) Frei nach dem Motto: Strafe muss sein!

Toll waren die Sommertage im Freibad! Wir trollten über die Wiese, sprangen ins kalte Wasser, planschten munter drauf los. Während ich, als die Ältere, den Handstand im Wasser vorführte, versucht meine kleine Schwester natürlich mutig das Kunststück nachzumachen. Das endete zu Anfang immer damit, dass sie prustend wieder an der Wasseroberfläche auftauchte, weil sie jede Menge Wasser verschluckt hatte. Und da zu diesem Zeitpunkt ihre Beine noch um einiges kürzer waren, als meine, trug die Kraft des Wassers nicht gerade zu einer grazilen Darstellung bei ;-) Aber, wen scherte das. Hauptsache es machte Spaß! Wenn uns von der ganzen Anstrengung die Puste ausging, liefen wir pitschnass zurück zu unserer Decke auf der Wiese. Dort hatte unsere Mutter reichlich Nudelsalat parat und dicke geschmierte Stullen, gekochte Eier usw. Unser Vater spielte derweil auf der Wiese Fußball mit unserem Lieblingsonkel Wilfried. Unsere Verwandschaft war riesengroß. Daher tobten auch der ein odere ander Cousin mit ihnen auf der Wiese herum und die ein oder andere Cousine mit uns im Wasser. Und kaum, dass wir uns den Bauch vollgeschlagen hatten, sprangen wir zurück ins große Schwimmbecken. Bauchweh hatten wir anschließend nie - zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Und die Sommertage waren lang, heiß und trocken - oft über mehrere Wochen. Keiner beklagte sich. Sommer war eben Sommer! Tja … und heute (anderes Thema …)?!

Und meine Schwester beherrschte das perfekte „Hexenessen"! Kaum war Muttern mal kurz zum Einkaufen aus dem Haus, kletterte sie geschickt auf den Küchenschränken herum und holte alles an Gewürzen heraus, was sie finden konnte! Vor allem: Mehl! Alles landete im Spülbecken und wurde eifrig verrührt. Und ich musste es kosten - pfuuuuui! Das frisch zubereitete „Hexenessen“, wie sie es immer nannte, fand unsere Mutter natürlich alles andere als lecker und schon gar nicht lustig! Aber alles Geschimpfe nutzte nichts: bei nächster Gelegenheit ging alles wieder von vorne los und oftmals endete auch das für mich in Stubenarrest, weil ich nicht gut genug aufgepasst hatte. Ja, das ist eben das Schicksal der älteren Schwester - man trägt es mit Fassung. Und den Geruch von „Hexenessen“ (ich glaube, es war vor allem der Pfeffer) habe ich noch heute in der Nase. 

Viele, viele Jahre sind seitdem vergangen. Jetzt sind wir beide „gleich groß" ;-) und meine Schwester ist immer da, hört zu - zu jeder Tages- und Nachtzeit - reicht den Menschen um sich herum hilfreich ihre Hände, gibt Rat, wo er gebraucht wird, mit Sinn, Herz und Verstand.

silkel081206 med


Herz

Liebes Schwesterherz: wenn Du das hier liest,  lache!!! Bitte ;-) … ich könnte noch so vieles schreiben. Lustiges, wie Trauriges. Es würde ein ganzes Buch füllen - aber das steht ja auf einem anderen Papier … wie Du weißt!

Die Erde ist schön, weil DU mit drauf bist!

Ich erinnere mich heute spontan an die vielen lustigen Dinge in unserer Kindheit! Die Legosteine fallen mir dabei aber immer wieder als Erstes ein. Bin ich doch seinerzeit, so müde und verschlafen an jenen frühen Morgenstunden vor Schulbeginn, immer erneut darauf reingefallen ;-) Aber selbst Schuld: ich hätte ja auch mal die Leiter nehmen können - hat Mutter immer gesagt! Recht hatte sie - zumindest in dem Punkt. *smile*.

Und auch an alle Schwestern im Herzen sei heute gedacht :-) !!

© Alex We Hillgemann / www.alexografie.de  -  Alle Rechte vorbehalten!