Blog - 14.08.2015

Und noch ein weiterer Tag … schwül, schwül und nochmals schwül. Ich fühle mich, als wohne ich in den Tropen :-/ Also: ich warte auf Abkühlung, die ja lt. Wetterbericht schon bald eintreffen soll. Bin gespannt, welche Wetterextreme uns dann erneut ereilen. Nachdem ich nun schon das Zweitemal innerhalb von 8 Wochen ohne Festnetz auskommen muss. Klar, es gibt ja das Internet ;-) und das Handy. Trotzdem ist es für all' diejenigen, die es nicht wissen, natürlich befremdlich, wenn sie versuchen, mich auf dem Festnetzt telefonisch zu erreichen und niemand ans Telefon geht - genau: weiiil es nämlich nicht klingelt! :-( Nun denn - ein Problem, welches ich wohl auch noch lösen muss. Derzeit liegen die Prioritäten jedoch woanders.

Telephone blau kl

„Kein Schwein ruft mich aaaan ….!“


Seit geraumer Zeit verfolge ich das Thema „Flüchtlinge“ (s. auch mein Blog-Beitrag vom 26.07.2015). Täglich sind die Medien voll von Berichten zu diesem Thema, dass uns alle angeht! Erst vorgestern Abend dazu im „ZDFdonnerstalk“ sprach Dunja Hayali mit Til Schweiger  u.a. über seine Pläne für ein Flüchtlingsheim in Osterode im Harz und seine „verbalen Tiefschläge“. Worauf Til Schweiger begründet: „Ich bin so, wie ich bin. Ich werde mich nicht verändern.“ Er macht zudem deutlich, dass er kritische Kommentare zu diesem Thema verstehen könne - aber: „ …. nicht in dem Ton und nicht so menschenverachtend!“ Eine klare Aussage, die ich so nur unterstreichen kann. Verbale Entgleisungen … so will ich es mal nennen, gelangen da schnell mal über die Tastatur … schwirren über die Bildschirme, aufgrund von Unverständnis über soviel Dummheit.

Zudem setzt sich Til Schweiger längst nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für traumatisierte deutsche Kinder ein - das nur mal nebenbei erwähnt.

Ich werde das neue Projekt von ihm jedenfalls mit großem Interesse verfolgen und bin auf dessen Entwicklung gespannt. Nicht nur zuletzt, weil dieses Thema jeden Tag ein Stückchen näher an uns heranrückt: nachdem die Stadt Troisdorf am letzten Juli-Wochenende kurzfristig 100 Flüchtlinge aufgenommen hat, war die Hilfs- und Spendenbereitschaft der Troisdorfer Bürger groß: in kurzer Zeit wurden enorm viele Sachspenden abgegeben. Inzwischen ist der Bedarf erreicht und die Lagerkapazitäten wurden überschritten. Bis jetzt kann man also sagen: weiter so, Troisdorf! Nur, wenn alle zusammenhalten, ist diese Herausforderung zu schaffen.

Unbegreiflich ist für mich jedoch das, was sich derzeit in Jamel, einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern abspielt. Dazu ein Artikel  in der „ZEIT ONLINE“:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-08/jamel-lohmeyers-rechtsextremismus-mecklenburg-brandstiftung

Birgit Lohmeyer veranstaltet gemeinsam mit ihrem Ehemann Horst Lohmeyer seit 2006 jedes Jahr das Musikfestival „Jamel rockt den Förster“ für Demokratie und Toleranz … für eine bunte Welt. Was ich allerdings in den letzten Tagen durch die Presse erfuhr, machte mich nahezu sprachlos! Deutsche greifen Deutsche in Deutschland an!? Wo soll das hinführen? In wie weit unterscheiden wir uns dann noch von Ländern, in denen jegliches Recht auf Demokratie missachtet wird? … Und wo Menschen politisch verfolgt werden!? … Wo schauen wir denn da noch über den Tellerrand? 

Gestern traf ich eine langjährige, liebe Freundin - per Zufall. Sie teilt meine Meinung. Es tat gut, das von ihr zu hören. Und ich weiß: viele andere teilen diese Meinung auch! Das macht mir Mut und Hoffnung. Vor allem, weil ich mich zu jener Zeit der 80er und 90er Jahre sozial genau dafür engagiert habe - und das soll nicht umsonst gewesen sein. Ich halte fest an meiner Einstellung und Überzeugung, die fair und menschlich ist: Hass und Gewalt sind keine Lösung! Nicht vor tausenden von Jahren, nicht jetzt und nicht morgen! Wann wird der Mensch das je begreifen???

Die 80er … 90er Jahre sind ja schon ein Weilchen her. Doch gerade jetzt zeigt mir die Zeit erneut, wie wichtig soziales Engagement ist. Und wie habe mich heute noch über einen kleinen Moment gefreut, als meine „bessere Hälfte“ ;-x mich zu Hause mit folgenden Worten empfing: „Hier, ich habe auch etwas für Deine Lebensmittelspende für die Troisdorfer Tafel gekauft.“ Er reichte mir eine Tüte Nudeln. „Ja, ich habe bisher nie so weit über den Tellerrand geschaut - erst seitdem ich Dich kenne!“ Für mich eine wunderschöne Geste und Liebeserklärung …

Bei jedem Einkauf kaufe ich etwas für die Tafel mit - für 1,- €. Und wie man hier liest - nicht nur ich. Also sind wir schon zu zweit. Jeweils 1,- € pro Einkauf tut keinem von uns weh. So kommen nach einem Monat mindestens zwei Tüten mit haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikel zusammen, die wir dann jeden 1. Mittwoch im Monat bei der Troisdorfer Tafel persönlich abgeben. Denn auch hier gilt mein Lebensmotto: viele Tropfen füllen einen Eimer …



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