Wernigerode, Brocken … - April 2015

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Wernigerode (Harz / Sachsen Anhalt) ist immer wieder ein Besuch wert. Stress und Hektik sind dort kaum anzutreffen. Der Schriftsteller Hermann Löns (*1866 / +1914) nannte Wernigerode „Bunte Stadt am Harz“ und so präsentiert sie sich auch noch heute. Die idyllische Stadt bewahrt sich mit ihren aufwendig restaurierten Fachwerkhäuser mehr, als nur ein Stück Geschichte. Rings um das Rathaus lädt viel gemütliche Gastronomie zum Verweilen ein. Zudem befindet sich in Wernigerode die Krellsche Schmiede - die älteste, noch arbeitende Schmiede Deutschlands!

Bei meinem jetztigen Aufenthalt in Wernigerode wählte ich die Pension „Alter Kutschenbauer“. Gemütlichkeit, Hilfsbereitschaft und ein reichhaltiges Frühstück sorgten dafür, dass dem täglichen Schleppen meiner Kamerausrüstung nichts mehr im Wege stand ;-) - alles stimmte. Von dort aus ging es dann hoch auf den Brocken … (1.142 m üNN) - inmitten des Nationalparks (Oberharz).

Der Brocken ist der höchste Berg Norddeutschlands. Von dort aus kann man bei guter Sicht sogar das 164 km entferne Rothaargebirge sehen. Die Entfernung zu Wernigorde liegt bei ca. 12 km. Von dort ist der Brocken mit der schmalspurigen Brockenbahn - wie auch auf Wanderwegen - erreichbar. Der Brocken ist extremsten Wetterbedingungen mit vielen Stürmen ausgesetzt. Kurze Sommer und sehr lange Winter entsprechen dem Klima Islands. An rund 300 Tagen herrscht dort Nebel und im Winter treten Tiefsttemperaturen von bis zu -28°C auf. Die höchste gemessene Windgeschwindigkeit betrug 263 km/h und im April 1970 betrug die max. Schneehöhe 3,8 m. 

Zu Zeiten der DDR wurde der Brocken, auf dessen Gipfel sich zwei große Abhöranlagen befanden, für umfangreiche Überwachungs- und Spionagezwecke genutzt. 

Bei einem entspannten Jagatee (morgens um 11.00 Uhr - bei einer Temperatur von fast -3° durchaus zu empfehlen) traf ich auf einen älteren Herren. Er war erst vor wenigen Wochen in den Ruhestand getreten und berichtete von seiner Tätigkeit als Gefäßchirurg in einer Wuppertaler Klinik - also: ein „Rheinländer"! Aber auch nur fast - gebürtig stammte er aus Gosslar  und so konnte ich einige äußerst interessante Geschichten aus seinem Leben erfahren und meine Sichtweise bzgl. des damaligen Lebens Nahe der ehemaligen DDR-Grenze erweitern.

Zu den bekanntesten Reisenden auf den Gipfel des Brockens zählt übrigens u.a. Goethe, der seine Eindrücke vom „Blocksberg“ in der Walburgisnacht im „Faust“ verarbeitete. 

Die Anreise mit der Brockenbahn - u.a. eine Dampflock aus dem Jahre 1954 - 1956 - ist ein einmaliges Erlebnis. Ab Wernigerode beträgt die Fahrzeit ca. 2 Stunden und man kann den Ausblick über den Harz bei max. 40 km/h in uriger Atmosphäre ausgiebig genießen.

2011 wurde ich bei meiner Ankunft oben auf dem Brocken unmittelbar von einem Schneesturm mit einer Windgeschwindigkeit von 120 km/h überrascht. Bepackt mit Kamerausrüstung etc. schaffte ich den Weg nur mit viel Mühe und Glück unbeschadet bis ins Brockenhaus. Zum Glück befand ich mich dort in männlicher Begleitung* ;-) - sonst wäre meine Ankuft im Brockenhaus wohl anders ausgegangen … Es kam schon einem ziemlichen Abenteuer gleich und ich erinnere mich noch heute an jede Minute, in der ich versuchte, mich durch den Orkan zu kämpfen, um meine Kamerausrüstung unversehrt in Sicherheit zu bringen - jaja, so sind wir „Fotografen“ nun mal ;-) ! Nach Abklingen des Schneesturms konnte ich dann doch einige Eindrücke mit der Kamera festhalten und anschließend auch Wernigerode wieder sicher erreichen.

Außerhalb der Hauptsaison, die immer wieder Scharen von Touristen anzieht, kann man die Atmosphäre oben auf dem Brocken in völliger Ruhe genießen. In diesem April war es dort bisweilen nahezu menschenleer. Zu meinem diesjähren Geburtstag durfte ich zu meiner Freude dort oben eine Nacht im „Brockenhotel“ verbringen* und am Morgen in der 7. Etage die Nebellandschaft bestaunen sowie den Füchsen beim Herumtollen zuschauen. Diese völlige Ruhe, fernab vom Arbeitsalltag, mit diesem enormen Rundumblick in die weite Natur macht es einem leicht, in sich zu Verweilen, um wieder ein wenig mehr Bodenhaftung zu gewinnnen …

Und hier eine kleine Fotodokumentation (einfach auf das 1. Bild klicken und los geht’s …):

* Danke an meinen Wegbegleiter … :) !

- © by Alex We Hillgemann -


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